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In der afrikanischen Wildnis

Naturliebhaber werden im Tropenparadies der madagassischen Halbinsel Masoala in vielerlei Hinsicht verwöhnt

Eines der ärmsten Länder der Welt ist überaus reich an seltenen Tieren und Pflanzen. Im Norden Madagaskars lässt sich dieser Schatz auf komfortable Art entdecken.

Irène Troxler

Dass Madagaskar ein beschwerliches Reiseland ist, haben wir auf Reisen zu Naturschutzprojekten des Zoos Zürich am eigenen Leib erfahren. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, holprige Naturstrassen – für Erholungsferien hätten wir die Insel bis vor kurzem nicht empfohlen, auch wenn sie Rucksacktouristen viel bietet. Doch auf der Masoala-Halbinselim Norden, die Schweizerinnen und Schweizern von der gleichnamigen Halle im Zoo Zürich ein Begriff ist, hat sich in letzter Zeit ein Ökotourismus auf hohem Niveau etabliert.
Nur Wald und Meer

Die etwa 75 Kilometer lange Halbinsel im Norden Madagaskars ist nur zu Fuss oder per Boot erreichbar. So holt uns unser Gastgeber Pierre Bester mit seinem Motorboot im staubig-heissen Städtchen Maroantsetra ab, dessen Flughafen das Tor zu Masoala bildet. Auf der Fahrt durch die Bucht von Antongil dehnt sich ein dunkelgrünes Regenwald-Hügelland vor uns aus, das wegen seiner Artenvielfalt 2007 von der Unescozum Weltnaturerbe erklärt wurde. Wären wir im August oder September hier unterwegs, so stünden unsere Chancen gut, unterwegs Buckelwalen zu begegnen, erzählt Pierre. In diesen Monaten gebären sie in dieser Bucht ihre Jungen und spielen mit dem Nachwuchs, was ein phantastisches Schauspiel abgeben soll. Doch wir reisen im November, was sich auch als guter Zeitpunkt erweist, weil es kaum regnet.

Nach anderthalb Stunden Schifffahrt treffen wir in der Masoala Forest Lodgeein, die sich als kleines Bijou entpuppt. Sechs Baumhäuser dienen als Doppelzimmer mit überwältigendem Blick auf Meer und Regenwald. Gefrühstückt wird auf dem «Seedeck», einer Holzplattform, die Felsen und Meer überragt. Gestaltet ist die Lodge in stilvoller Einfachheit mit Sinn fürs liebevolle Detail. Pierre ist Südafrikaner; seine Heimat ist das Eldorado für luxuriöses Lodging. Hier in Masoala ist aber die Natur der eigentliche Luxus, und die Lodge nimmt sich wohltuend zurück. Sie punktet dafür mit der natürlichen Gastfreundschaft von Pierre und seiner Frau Maria, die aus Deutschland stammt. Man wohnt im geschmackvoll eingerichteten Zelt unter einem Palmdach mit Solarpanel, in dem die warme Dusche nicht fehlt. Wir allerdings entscheiden uns zunächst für eine andere Art von warmem Nass. Vor der Tür lockt ein Korallenriff. Eine Schnorchelausrüstung steht für die Gäste bereit.

Gleich nach dem Abtauchen stellt man fest, dass in Masoala die üppige Natur nicht haltmacht vor dem Meeresspiegel. Eine halbe Stunde im Wasser reicht aus, um neben zahlreichen bunten Rifffischen auch einen Seestern und eine Schildkröte aufzuspüren. Da wir nur zwei Nächte gebucht haben im Tropenparadies, machen wir uns wenig später für unseren ersten Abstecher in den Wald bereit. Dort lernen wir unsere erste Lektion über den tropischen Regenwald: Auch wenn die Fauna in Masoala so artenreich ist wie sonst kaum irgendwo, so bedeutet das nicht, dass man auf Schritt und Tritt Tieren begegnet. Wir sehen ein paar Vögel und Frösche und entdecken dank kundiger Führung Ebenhölzer, Zimt und Gewürznelken. Plötzlich stossen wir auf die Überreste von Schienen einer alten Eisenbahn. Damit transportierte die französische Kolonialmacht vor einem Jahrhundert wertvolle Eben- und Rosenhölzer ab. Seit der Schaffung des Masoala-Nationalparks im Jahr 1997 wäre dies eigentlich streng verboten. Leider trifft man aber immer wieder auf Spuren illegalen Holzschlags.

Am nächsten Tag machen wir uns auf die Suche nach Madagaskars Aushängeschildern, den Lemuren, und hier zeigt sich, wie viel ein einheimischer Führer wert ist. Felix weiss genau, welche Früchte die roten Vari am liebsten mögen und wo sie gerade reif sind. Während wir schwitzend die Waldwege hochsteigen, spürt sein geübter Blick da ein Chamäleon auf und dort einen Mähnenibis. Bald schon ertönt der typische Laut der Lemuren, eine Mischung zwischen Schrei und Gebell. Es ist eine grosse Gruppe, die graziöse Kletterkünste vorführt und sich von unserer Anwesenheit nicht im Geringsten stören lässt. Als sie zu ihrem nächsten Baum-Buffet weiterzieht, beneiden wir sie erst recht: Wir müssen uns auf dem steilen Boden abseits des Wegs durch den Regenwald arbeiten, um sie im Auge zu behalten. Zum Glück hat Felix schon bald die nächste Lemuren-Sippe entdeckt.

Zurück in der Lodge, lassen wir uns das Abendessen schmecken, das grösstenteils mit lokalen Lebensmitteln zubereitet wurde. Brot wird jeden Morgen frisch gebacken. Insgesamt sind hier rund 30 Madagassinnen und Madagassen beschäftigt. Auch wenn es für uns Mitteleuropäer etwas gewöhnungsbedürftig ist, derart bedient zu werden, so schafft dies unbestritten Arbeitsplätze zu Löhnen, die für Madagaskar als fair gelten dürfen. Aber das Ganze hat seinen Preis: Eine Übernachtung mit Vollpension kostet ab 200 US-Dollar pro Person – inklusive Führer. Unser Felix entpuppt sich als Mitbesitzer der Lodge. Ausländer dürfen in Madagaskar kein Land erwerben. Als Südafrikaner und Deutsche mussten sich Pierre und Maria einen lokalen Partner suchen.
Eldorado für Kajak-Fans

«Masoala: Wo der Regenwald aufs Meer trifft», lautet der Werbespruch der Region. Entsprechend ist das ideale Fortbewegungsmittel hier ein Kanu oder Kajak. Eine Dreiviertelstunde vor Sonnenuntergang machen wir uns auf den Weg, schlängeln uns zwischen Felsen und Strand hindurch, umrunden eine kleine Insel und lassen die magische Szenerie auf uns einwirken. Pierre organisiert auf Wunsch auch mehrtägige Touren mit Abstechern in die Flussläufe der Halbinsel. Reizvoll ist auch die madagassische Alternative: eine Fahrt in der Piroge, einem afrikanischen Einbaum, wobei man das Boot mit Vorteil von einem einheimischen Führer steuern lässt – es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Nach einer nächtlichen Exkursion in den Wald, auf der uns die vielen kleinen Krabbelviecher beeindrucken, ist es Zeit für unser Baum-Zelt, wo die Brandung des Meeres die feinen Waldgeräusche übertönt.

www.masoalaforestlodge.com. Mehrere europäische Fluggesellschaften fliegen Antananarivo an. Von dort weiter nach Maroantsetra mit Air Madagascar.


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