Das Reservat ist ganzjährig, auch im Rahmen eines Tagesausfluges über die gut ausgebaute Schnellstraße, die von Diego-Suarez (Antsiranana) nach Ambanja führt, erreichbar. Die Vertretung der ANGAP, wo die Eintrittskarten verkauft werden und der Besucher auf die Besonderheiten des Parks hingewiesen wird, befindet sich in der kleinen Ortschaft Mahamasina.
Die Tsingy sind ein Gesteinsphänomen aus Kalksteinkarst. Das madagassische Wort tsingy beutet so viel wie "auf den Zehenspitzen gehen" und dies beschreibt sehr genau diese verwitterten Steinfelder mit ihren messerspitzen Felsenformen, die nach oben hin bleistiftdünn werden und bis zu 20 Meter hoch sein können.
Das gesamte Gebiet ist von einem unterirdischen Höhlensystem durchzogen mit einer Gesamtlänge von 120 km, das zu Beginn des 19. Jahrhundert der lokalen Bevölkerung als Zuflucht vor den Truppen Radamas diente, die den Norden Madagaskars erobern sollten. Heute sind die Höhlen Kultstätten für den Ahnenkult, der hier vom Volk der Antankarana in rituellen Zeremonien (fidirana an-davaka) praktiziert wird. Alle fünf Jahre wird ein Fest namens Tsangan-tsaina gefeiert, zu dessen Anlass ein Mast errichtet wird.